Diese App kann helfen Besatzfehler zu vermeiden – Aquareka für iOS und Android

Nach langem ist es wieder einmal soweit, um eine in meinen Augen sehr gut gemachte App vorzustellen. Das Programm ist für iOS iPhone als auch für das iPad konzipiert und für das Android Smartphone erhältlich. Getestet wurde von mir die iOS Version und hier Hauptsächlich für das iPad. Laut Firmen eigener Webseite befindet sich der Firmensitz in Bulgarien, was dem Entwickler aber nicht davon abhielt eine sehr gute deutsche Übersetzung zu implementieren. Die App selber ist zwar Gratis, den vollen Funktionsumfang erhält man aber nur mit einem 9€ In-App kauf. Damit gehört die App im mobilen Zeitalter zwar zu den hochpreisigen Applikationen, ist aber auch jeden Cent wert. Das letzte Update war am 08.01.2018.

Im Grunde genommen richtet sich die App an alle die mit dem Gedanken spielen sich ein neues Aquarium zuzulegen, aber noch nicht genau wissen welchen Besatz sie eigentlich wollen. Dabei ist die App für Neueinsteiger genauso gut geeignet wie für erfahrene Aquarianer.

Was kann die App

Öffnet man die App das Erste mal, wird man mit einem nicht wirklich hübschen Startbildschirm begrüßt. Das ist aber kein Grund um verdrießlich zu sein, denn erstens bekommt man den Begrüßungsbildschirm nur einmal direkt nach der Installation zu Gesicht und zweitens zählen ja bekanntlich die inneren Werte und die haben es in sich.

Nach einem Tap auf “loslegen”, wirft einem die App auch schon direkt ins Hauptmenü. Hier stehen einem sechs Auswahlfelder zu verfügung die aus vier “Katalogen“, ein “Erstelle dein erstes Aquarium” und eine “Registriere dich” bestehen. Mit letzteren lassen sich Aquarien in der cloud sichern und plattformübergreifend abrufen. Hier wäre es noch perfekter gewesen, wenn es zusätzlich eine Windows, MacOS oder zumindest ein Webbasierende Version geben würde.

Die Kataloge

Dreh und Angelpunkt in der Aquareka App sind die Kataloge. Diese bestehen aus “Fische entdecken“, “Pflanzen entdecken“, “Krebstiere entdecken” und “Schnecken entdecken” und sind somit das Register der App. Öffnet man eines dieser Kataloge, bekommt man ein alphabetisch sortiertes Verzeichnis mit sämtlichen geläufigen Zierfischen, Pflanzen, Schnecken oder Krebse. Ich habe sie nicht nachgezählt, aber laut Beschreibung sind es 307 Fische, 90 Pflanzen, 18 Krebstiere und 5!!! Schnecken. Jedes Tier oder Pflanze verfügt über ein eigenes Bild mit einer kurzen Angabe von der mindest Beckengröße, die Haltungstemperatur und der Endgröße.

Für eine einfachere Erkundung kann man optional verschiedene Filter einsetzen. Diese lassen sich entweder nach der Beckengröße, nach der Haltungsschwierigkeit (einfach, normal, schwierig und speziell) oder nach der zu lebenden Wasserschicht einstellen. Die Auswahl mehrer Filter gleichzeitig bleibt der Vollversion vorbehalten. Eine Stichwortsuche ist natürlich auch vorhanden.

Hat man das Tier seiner Wahl ausgesucht, öffnet sich ein neues Fenster in dem man noch weitere Informationen angezeigt bekommt. Zu den schon oben genannten Angaben gesellen sich noch der ph-Wert und die Wasserhärte dazu. Besitzer der Vollversion bekommen darüber hinaus noch einen Steckbrief der die Geschlechtsmerkmale, die Ernährung, die Vermehrung und die Haltung enthält.

Los gehts!

Wenn man dann endlich einen Fisch ausgesucht, in meinem Fall die Prachtschmerle, fügt mans diesen mit einem Tap auf “Zum Aquarium hinzufügen” dem virtuellen Aquarium hinzu. Anschließend gibt einem die App die Wahl ein anderes Tier oder eine andere Pflanze hinzuzufügen oder seine Aquarium anzuschauen.

Da ein Fisch etwas wenig ist, gehe ich wieder in den Katalog “Fische entdecken” und suche mir auch gleich den nächsten Fisch aus. Ich komme nicht weit und bleibe bei einem hübschen afrikanische Maulbrüter hängen. Beim öffnen dieser erscheint aber nun da wo vorher “Zum Aquarium hinzufügen” stand nur noch ein “Passt nicht zum Aquarium”.  Ein Tap darauf öffnet ein weiteres Fenster in dem mir erläutert wird das das ausgewählte Tier ein “Kompatibilitätsproblem” besitzt. Laut App passen Prachtschmerle und Maulbrüter vom pH-Wert nicht zusammen und können demnach auch nicht zusammen leben.

Ok, Wasserwerte passen nicht. Also suche ich mit Hilfe des Katalogs einen anderen Fisch aus, diesmal einen der von den Wasserwerten zu meiner Prachtschmerle passt. Aber bei fast jedem anderem Fisch gibt es eine Problem. Beim genaueren betrachten stellt sich heraus das anscheinend die Prachtschmerle der Übeltäter ist. Immer wieder kommt ein “können nicht zusammen leben!”. Das macht die App in meinen Augen genau richtig, denn es ist allgemein bekannt das Prachtschmerlen recht ruppige und vor allem sehr große Tiere sind. Das heißt früher oder später wird der restliche Besatz immer Probleme mit dieser “terroristischen” 😉 Art bekommen.

Immerhin hat man auch die Möglichkeit mit den Filtern nur noch passende Tiere oder Pflanzen anzeigen zu lassen. Aktiviert man diesen, bleiben in meinem Fall nur noch eine sehr kleine und überschaubare Anzahl an Fischen über. Spätestens hier merkt man das man sich genau überlegen sollte welches Tier man als Haupttier auswählen möchte. Hier spielt die App auch ihren großen Vorteil gegenüber normalen Büchern aus. Sämtliche Parameter werden von der App erfasst und auf das weitere Vorhaben angewendet. Das funktioniert nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Pflanzen. Wärmeliebende Tiere, wie der Diskus, bekommen bei der Pflanzenwahl auch nur passende Gewächse angezeigt. Vorausgesetzt man hat bei dem Filter auf “Zeige nur kompatible” eingeschaltet, was ich sowieso immer empfehlen würde.

Ich habe das ganze ein paar mal durchprobiert. Bei afrikanischen Barschen zum Beispiel schrumpft das Pflanzenverzeichnis enorm und bei der Auswahl eines Kugelfisches werden mir gar nur 2 weitere Kugelfische als passender Besatz angezeigt. Mit Sicherheit ist das Programm nicht perfekt und die ein oder andere Kombination würde in der Realität zumindest kleinere Probleme mit sich bringen. Ich zum Beispiel würde bei Schmerlen oder Kugelfische keine Schnecken hinzufügen. Die App sieht darin anscheinend keine Probleme, was aus der Sicht der Fische bestimmt richtig ist 😆 .

Verwirkliche dein Aquarium

Hat man seine Auswahl getroffen, was unter Umständen Stunden dauern kann, bietet einem die App die Möglichkeit bei der Verwirklichung des Aquariums zu helfen. Hier versucht sich der Hersteller abzusichern, in dem er den Benutzer darauf aufmerksam macht das es keine Erfolgsgarantie für das zukünftige Aquarium gibt.

Kühn wie ich bin, bestätige ich die “Ich bin einverstanden” Auswahl. Im Anschluss gelange ich auch schon in einer Schritt für Schritt Anleitung die mit “Schritt 1: Technik zusammenstellen” beginnt. Hier hakt man, wie bei einer Einkaufsliste, alle für den Betrieb notwendiges Zubehör ab. Unter anderem steht da, das man sich das Becken, die Beleuchtung, den Bodengrund, den Unterschrank und noch vieles mehr besorgen muss. Leider fehlen zu dem einzelnen Komponenten noch weitere Angaben. So sucht man vergebens die Wattangabe bei der Beleuchtung oder dem Heizer. Die passende Größe des Filters oder den passenden Bodengrund. Hier merkt man das “verwirkliche dein Aquarium” im Grunde nur eine kostenlose schnell programmierte Beigabe ist, ähnlich wie die vielen kostenlosen Broschüren der Hersteller… nur hässlicher und weniger Informativ.

Erst wenn man alle “Einkäufe” der Liste abgehakt hat, die irgendwo bei Zeitschaltuhr und Eimer endet, kann man endlich auf “Weiter” tippen.

Das ganze wirkt für den erfahren Aquarianer etwas skurril und unnütz, der absolute Neuling könnte aber damit eine kleine Hilfestellung bekommen. Ich persönlich finde der Programmierer hätte sich diese Arbeit sparen können, denn ohne weitere Angaben ist die Einkaufsliste eigentlich hinfällig.

Weiter geht es dann mit den Schritten “Pflanzen sammeln“, “Aquarium Aufbau” und Schritt 4 “Der Lebensraum in deinem Aquarium braucht Zeit…” Hier läuft dann tatsächlich ein sekundengenauer Timer herunter der dich 7 Tage warten lässt. Erst nach ablaufen der Zeit gelangst du zu Schritt Nummer 7 “Tiere einsetzen“. Alle Schritte können aber auch Übersprungen werden

Fazit

Man muss einfach zugeben das der Punkt “Verwirkliche dein Aquarium” so sinnvoll ist wie ein Sandkasten in der Sahara. Dafür hat mir die Hauptaufgabe der App, das zusammenstellen des Besatzes und der Bepflanzung, überzeugt. Spielerisch sucht man sich damit die einzelnen Mitglieder für sein Becken aus. Die Möglichkeit sich nach einem bestimmten Tier die passenden Beifische anzeigen zu lassen ist genial, vor allem für unerfahrene oder unentschlossene Aquaristen.

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Keine Angst, der Verfasser bleibt der gleiche!

Eine genaue Erläuterung wieso es zu einer Namensänderung kam, findest du hier. Es wäre nett wenn du die neue Webseite gleich besuchen würdest.