JBL, (noch) das gallische Dorf der Beleuchtungswelt

Eigentlich wollte ich einmal mehr einen “Was war vor 5 Jahren” Artikel veröffentlichen, bei den Recherchen dazu fiel mir aber auf, dass das Thema “LED ja oder nein” immer noch aktuell ist. Damals, also vor 5 Jahren, war die LED gerade im vollen Aufschwung und gefühlt die Hälfte aller Hersteller sprang auf den “lichtemittierenden” Zug auf, zumindest konnte man 2012 schon absehen das die LED der neu “heiße Scheiß” in der Aquaristikwelt werden wird. Gut die Hälfte der Beleuchtungshersteller hatte schon eine LED Lichtquelle und der Rest zumindest eine Ankündigung. Um so interessanter war einst der Artikel über JBL und dessen Erklärung zur ihrer LED Abstinenz.

“…JBL ist einer der wenigen Hersteller die in Moment keine LED Leuchten im Programm haben, laut internen Forschungen benötigt LED noch ein paar Jahre um ein ausreichendes Ergebnis zu erzielen … In etwa zwei Jahren werden die LED´s vermutlich die jetzigen Probleme gelöst haben…”

Heute, also knapp fünf Jahre später, ist die Firma um Joachim Böhme immer noch hartnäckiger Vertreter der antik wirkenden Gasröhre und wirkt damit fast schon wie ein Dinosaurier unter den Herstellern. Aber warum eigentlich?

Klar sein dürfte, dass das was wir an den Decken unserer Wohnungen haben, im allgemeinen unbrauchbar für die Aquaristik ist. Die auf minimalen Verbrauch getrimmte Leuchte umfasst nur einen geringen und für das menschliche Auge hellwirkenden Farbraum. Alle “sinnlosen” Farbspektren oberhalb und unterhalb, wird aus Energiespargründen einfach weggelassen. Das Resultat ist eine sehr geringe Leistungsaufnahme und eine verschwindend niedrige Temperaturentwicklung. Extrem helle LED´s, wie sie z.B. als Abblendlicht in den modernen Autoscheinwerfern vorkommen, müssen dagegen aktiv oder mit massiven Kühlrippen passiv gekühlt werden. Hier ist die Leistungsaufnahme bedeutend höher als von Wohn-LEDs und der Anschaffungspreis übersteigt diesen bei weitem.

Interzoo 2012, am Stand von AquaMedic

Die LED bietet dafür aber auch gehörige Vorteile! Sie halten im Normalbetrieb eine kleine Ewigkeit und verlieren dabei kaum an Farbbrillanz (Farbspektrum). Durch ihren vom Hersteller fast frei wählbaren Abstrahlwinkel, können sie sehr tief ins Becken leuchten und konkurrieren so sogar mit HQI Lampen.

Die LED in der Aquaristik

Möchte man zusätzlich einen sehr breiten Farbraum abdecken, was ja für die Aquarienpflanzen zwingend notwendig ist, steigt der technische Aufwand zusehends. Hierbei sind erst in den letzten paar Jahren die notwendigen Schritte unternommen worden, um auch im Consumer Bereich der Aquaristik Fuß zu fassen.

Im Grunde genommen ist es mit der LED als Beleuchtung fast so wie in den Neunzigern den Computern! Hier überschlugen sich die Neuheiten beinahe wöchentlich. In der damaligen Zeit war man mit neu gekaufter Hardware schon auf dem Weg nach Hause technologisch schon wieder veraltet. Der technische Fortschritt verlief so rasant, dass man sich bei jeder Ankündigung erst zweimal überlegte den neuen Prozessor oder die neue Grafikkarte zu kaufen. Das führte dann irgendwann dazu, dass die zahlende Kundschaft ihr Kaufverhalten stark einschränkte und damit zu einem kleinen Einbruch in der PC-Branche führte.

Gut ganz so schlimm ist es mit der LED im unserem Hobby nicht, aber dennoch beschreitet die LED immer noch einen Prozess der Entwicklung. Die Chipsätze sowie die zu erreichenden Farbspektren sind in den letzten Jahren immer weiter verbessert worden und werden es mit Sicherheit auch noch weiterhin tun. Vielleicht deshalb auch ein Grund für die Rheinland-Pfälzische Firma noch abzuwarten, aber wie lange noch?

Wenn es auch noch eine Weile hin ist, aber irgendwann ist auch der LED Zug abgefahren und man kann der Konkurrenz nur noch hinterher rennen. Bei der Frage nach dem Stand der Dinge (Juni 2017) wurde mir allerdings ein recht zufriedenes “…wir haben eine Lösung gefunden…” offenbart. Bei der Frage “wenn es denn soweit sei?” kam leider nur ein etwas ungenaues “bald” als Antwort. Hoffentlich noch vor der nächsten Beleuchtungsrevolution  😉 .

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