Rückblick Mai 2012? Der steinige Weg der Aquarium International

Mit dem im Frühjahr 2012 erscheinendem iPad der dritten Generation und der damit verbundenen hochauflösenden Displaytechnik in Tablets, begann auch das Jahr der elektronischen Magazine. Bei einer Vervierfachung der Auflösung (2048 × 1536 Pixel), konnte man wie knapp zwei Jahre zuvor beim iPhone 4, keine nennenswerten Pixel mehr ausmachen. Das längere lesen sorgte dadurch nicht mehr für blutige Augen und eine regelrechte Goldgräberstimmung in der Zeitungskiosk App von Apple trat auf. Vergleichbar mit einer Massentierhaltung landete leider auch viel Schund und Müll im elektronischen Kiosk, zumindest meiner Empfindung nach. Vermutlich witterten viele Zeitschriftenlabels das große Geld und verwässerten so die wenig wirklich gut angepassten Magazine. Sauber programmierte und vor allem mit multimedialen Inhalten erweiterte Zeitschriften wie Wired, Geo, Spektrum und eben Aquarium International hatten es so übermäßig schwer in der Flut der PDF Veröffentlichungen aufzufallen.

Vielleicht hätte damals eine Qualitätskontrolle Seitens Apple etwas bewirken können! Zumindest eine Differenzierung zwischen reinen PDF und extra angepassten multimedialen Magazinen wäre bis heute wünschenswert gewesen.

Das Leben der “Aquarium International” war kurz, sehr kurz sogar. Nur knapp ein Jahr und drei Ausgaben lang. Diese waren aber mit einem vernünftigen und vor allem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis versehen, hatten Multimediale Inhalte wie Videos und Bildergalerien und gehörte so zu den definitiv besseren Mag-Apps auf dem iPad. Ich war seinerzeit dermaßen begeistert von der Applikation, das ich sogar ein kleines Video dazu veröffentlichen musste.

Irgendwann im Mai 2012 entschied man sich für die einzelnen Ausgaben kein Geld mehr zu verlangen, sondern in Zukunft kostenlos anzubieten. Finanziert über Werbeeinnahmen sollte die “AI” ein noch größeres Publikum ansprechen und größere Verbreitung finden. Leider ging das Konzept nicht auf und neben fehlenden Werbekunden hatte die App vor allem im Anfangsstadium mit kleineren programmiertechnischen Schwierigkeiten zu kämpfen.

“nach der ganzen Aufregung in den Morgenstunden, kann jetzt endlich Entwarnung gegeben werden. „Was lange währt wird endlich gut“… Endlich ist das fertige Update erschienen” (Artikel 18. Juli 2012)

Weiterhin plagte die App Probleme mit der Abo Funktion, so wurden neue Ausgaben nicht automatisch geladen und konnten auch nicht manuel zu einem download überredet werden.

“…das abonnieren funktioniert noch, aber das anschließende Laden zeigte keinen Fortschritt…die App selber reagiert noch auf alle Eingaben, aber das elektronische Heft beginnt einfach nicht mit dem Download. Einzig die App weist auf ein laden des Magazins hin…” (Artikel 21. Juli 2012)

Auch war zwischendurch das Magazin nicht in der “Haustiere” Kategorie des AppStores gelistet, sondern nur über das Suchfeld zu finden. Ob da jetzt die Schuld bei der App oder beim App Anbieter zu suchen ist, kann jeder selber entscheiden.

“…hat irgendjemand die Aquarium International schon im AppStore gefunden? Also ich meine nicht wenn man „Aquarium International“ im Suchfeld eingibt, sondern wenn man in der Zeitschriften Kategorie des Stores blättert…” (Artikel 10. August 2012)

Man konnte, so genial die App oder das Magazin auch aufgebaut waren, von einem holprigen Weg sprechen den Lutz Döring (Herausgeber der AI) damals gehen musste.

Mit Version 2 wurde alles gut

Die Ende Juli erschiene Version 2.0 lief dann endlich fehlerfrei und alles deutete auf ein langes und unbeschwertes Leben des Magazins hin. Die Realität sah das aber leider etwas anders und so ging das Magazin Ende 2012 in eine bis heute andauernde “Pause”.

Heute gibt es weder die drei Magazine noch die offizielle Webseite (www.aquariuminternational.de) und schon gar nicht mehr die APP zum Download. Einzig die Facebook Seite hat bis heute überlebt. Natürlich gibt es weiterhin erstklassigen und kostenlosen Lesestoff, siehe OnlineAquariumMagazin. Fernerhin kann man auch noch sehr gute Printmagazine im Kiosk um die Ecke kaufen, wie “Datz“, “Aquaristik“, “Aquaristik Fachmagazin” oder “Amazonas“. Dennoch waren die Ausgaben der Aquarium International ein kleines technisches Highlight in der Aquaristik Szene, die leider viel zu bald zu Ende ging.

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