JBL ProScan (Messfehler vermeiden)

JBL ProScan (Messfehler vermeiden)

Eine Prüfung der Wasserqualität ist ein notwendiges Übel das man trotz optimalem Verhältnis im Becken nicht vernachlässigen sollte. Da ist es super das neben dem ziemlich exakten, aber auch umständlichen Tröpfchentests, auch eine Möglichkeit des Schnelltestes gibt.

Alles schön aufgeräumt
Umfangreich aber Umständlich

Die Rede ist natürlich vom Teststreifen, spöttisch auch Ratestäbchen genannt. Das Wort „Ratestäbchen“ kommt nicht von irgendwoher. Einige Tests auf dem Streifen machen doch teils große Sprünge. Die Gesamthärte bewegt sich bei den meistens Streifentest in den Schritten von < 3°d“; < 4°d; < 7°d; < 14°d und > 21°d. Die Karbonathärte bewegt sich ebenso in relativ großen Schritten von 0°d; 3°; 10°d usw.

Die eigentliche Frage dabei ist aber, ob eine so genaue Messung auch wirklich notwendig ist? Vor allem wenn das Becken gut eingefahren scheint und die Bewohner sich sichtlich wohl fühlen. Hier wäre eine einfache aber dafür etwas unpräzise Messung völlig ausreichend und genau dafür wurden „Ratestäbchen“ gemacht, für den schnellen Überblick.

Um den Wassertest so einfach wie möglich zu machen lassen sich die Hersteller immer einfachere Methoden einfallen. Der gemeine Teststreifen ist zwar von Haus auf schon recht bequem, JBL möchte es aber mit seinem ProScan noch komfortabler und vor allem übersichtlicher gestalten. Einzige Voraussetzung neben dem Aquarium und dem ProScan ist ein Smartphone mit iOS oder Android. Windows-Mobile Nutzer schauen hier leider in die Röhre.

ProScan

Multi-Wasseranalyse mit Auswertung über das Smartphone! So bewirbt JBL den ProScan auf seiner Webseite. Dieser Test soll nicht nur Wasserwerte über das Smartphone auslesen und speichern, sondern auch Verwalten und analysieren können. Allerdings sollte man auch bei so einer trivialen Aufgabe, wie dem Prüfung des Wassers mit einem Teststreifen, einige Schritte beachten. Dazu später mehr.

Lieferumfang

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Der ProScan wird in einer übersichtlichen Pappschachtel ausgeliefert. In dieser befinden sich…

  • eine Kurzanleitung
  • eine Dose mit 24 Teststreifen
  • die ColorCard

Die App

Die benötigte App findet man im Apple Appstore oder im Google PlayStore.

Hat man die App heruntergeladen und gestartet, wird man mit dem ProScan Startbildschirm begrüßt. Zwei Auswahlmöglichkeiten stehen einem beim Start zur Verfügung. Einmal der „Quickscan“, dieser macht eine schnelle Messung ohne groß eine Statistik anzulegen und zum zweiten „Meine Analyse“, das neben einer Statistik auch die Möglichkeit der Speicherung bietet.

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Meine Analyse

„Meine Analyse“ öffnet deine angelegten Aquarien, soweit diese schon erstellt wurden. Ansonsten kannst du mit dem „Plus“ Icon einfach ein Aquarium erstellen. Beim Anlegen eines neuem Aquariums werden auf Wunsch Name und Foto als Erkennung hinterlegt.

Da mein Aquarium immer noch auf sich warten lässt, muss der Wasserhahn (Wasserleitung) als Becken meiner Wahl herhalten. Mit einem tipp auf dein Aquarium werden die zwei grau hinterlegten Icons unten Mitte und rechts wählbar (grün).

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Historie (Statistik)

Das komische Zickzack Icon in der Mitte ist die „Historie“ und zeigt deine bisher gemessenen Werte in einer graphisch einfachen Darstellung. Das ebenfalls schlicht gehaltene Diagramm zeigt die Tage (5 an der Zahl) und eine einfache Messübersicht mit einer Farbskala an. Die Farben Grün, Gelb und Rot geben die Messungen als gut, akzeptabel und schlecht wieder.

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Wenn man seine gemessenen Werte genauer wissen will, wählt man einfach den passenden Tag unterhalb des Diagramms und gelangt damit in die „Übersicht“.

Übersicht

Die Übersicht zeigt die gemessen Werte übersichtlich in Zahlen und Balken an. Sollte sich ein Wert außerhalb der Toleranz befinden, bekommt man auch gleich eine Empfehlung für dessen Behebung. Das ist mal ne geile Sache wie ich finde.

In meinem Fall wird natürlich eine CO2 Anlage Empfohlen, da mein Kohlendioxid (CO2) unterhalb der Pflanzen empfohlenen 20mg pro Liter liegt. Beim nächsten öffnen findet man die „Empfehlungen“ nur noch unter der Auswahl „Details“.

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Über die Schaltfläche „Mehr“ in der Historie wird man innerhalb der App auf die Webseite von JBL weitergeleitet und kann dort, sofern man sich registriert und sein Aquarium hinterlegt hat, eine grafisch aufwendigere Darstellung anschauen.

Bildquelle: JBL
Bildquelle: JBL

Praxis

Trotz der bedenkenlosen Leichtigkeit mir der man einen Streifentest eigentlich macht, sollte man einige Dinge beherzigen um Fehler möglichst auszuschließen. Wichtig für einen sauberen Test mit dem ProScan wären ausreichend Licht, eine weiße Unterlage für die ColorCard und ein trockenes Tuch (Küchenrolle oder Taschentuch) zum abtupfen des Teststreifen.

Das Messen

Die eigentliche Messung kann man entweder mittels „Quickscan“ oder in der „Analyse“ machen. Wobei der „Quickscan“ die Ergebnisse aber nicht speichert.

Entscheidet man sich für „meine Analyse“ muss man einfach nur sein Aquarium antippen und auf „weiter“ tappen.

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Anschließend wird eine Info Seite angezeigt in der man den Ablauf des Testes erklärt bekommt. Erst mit dem tippen auf „Start“ beginnt der Test und ein Countdown zählt 60 Sekunden herunter.

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Schritt Eins nach dem Start wäre den Teststreifen für 2 – 3 Sekunden in das Wasser zu halten und das anhaftende Wasser seitlich abzuschütteln.

Richtige Anwendung!!!

Da sich aber trotz aufwendigem abschütteln immer noch Tropfen auf dem Teststreifen befinden, ist es hilfreich den Strip seitlich an einem Taschentuch zu halten. Das restliche Wasser wird geradezu magisch vom Streifen abgesaugt, was sich gut an der Ausfärbung des Taschentuchs erkennen lässt. Jetzt ist der Teststreifen auch tatsächlich Wasserfrei.

Wichtig ist es dabei den Teststreifen nicht aus Versehen mit der Oberseite aufs Tuch fallen zu lassen, was tatsächlich hier und da passieren soll  🙄 .

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Anschließend legt man den Teststreifen auf die ColorCard und wartet die restliche Zeit ab. Die letzten 3 Sekunden werden akustisch mit einem Piepen wiedergeben.

Der nachfolgende Teststreifen ist ok und Wasserfrei. Als Untergrund wurde ein weißes Papier gewählt um der Erkennungssoftware das auslesen zu vereinfachen.

(1) Tropfenfrei
(1) Tropfenfrei

Falsche Anwendung!!!

Bei dem nachfolgendem Test wurde vorher der Strip nicht an ein Tuch gehalten, deswegen befindet sich trotz seitlichem abklopfen immer noch Wasserreste auf dem Streifen.

Außerdem wurde als Untergrund ein unruhiger Holztisch gewählt, beides hat dazu geführt das einige Ergebnisse falsch erkannt wurden.

(2) Tropfen behaftet
(2) Tropfen behaftet

Für den eigentlichen Fotografie Vorgang muss man nur das Smartphone parallel über den Teststreifen halten und soweit an die ColorCard heran gehen, bis der Sucher des Smartphones vollständig mit der ColorCard ausgefüllt ist. Das untere Bild wäre noch zu weit weg um die Erkennung der App zu ermöglichen.

Ein manuelles auslösen ist nicht notwendig, die App analysiert selbstständig das Bild und fährt dann automatisch fort.

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Wenn man alles richtig gemachte hat landet man umgehend in der Übersichtstabelle mit seinen gemessenen Daten.

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Die Werte werden automatisch nach Datum innerhalb der App abgespeichert.

Auch das versenden oder Speicher der Messung ist App übergreifend möglich, dazu muss nur das Connect-Icon (unten Mitte) ausgewählt werden. Egal ob man die Werte per Mail, Nachricht, Whatsapp versenden oder einem Read it later Programm wie Pocket senden möchte, mit der App kein Problem.

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Das Geheimnis der ColorCard

Falls man sich wie meiner einer die dämliche Frage stellt, warum die ColorCard so seltsame Farbskalen und keine normale Übersicht hat, dann ist die Antwort so einfach wie selbsterklärend.

„…die ColorCard ist eine Referenzkarte mit der bei jeder Messung dein Foto neu kalibriert wird…“

Ganz klar! Mit den Farben auf der ColorCard werden automatische „Bildverbesserungen“ des Smartphones ausgeglichen. Jede Kamerasoftware im Smartphone macht in irgendeiner Form „Bildverbesserungen“ wie Weißabgleich oder eine nachträgliche Farbsättigung. Dadurch wirkt zum Beispiel die grüne Wiese auf dem Foto viel saftiger als sie in echt wäre.

Die ColorCard verhindert diesen Umstand durch die Farblichen Kästchen als Referenzfarbe. Diese werden automatisch mit der Bildverbesserung mit verändert und justieren so das gemachte Bild. Die ProScan App nimmt die Farben der ColorCard als Vergleich her und macht anhand dieser seine Auswertung.

Fazit

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der richtigen Erkennung funktioniert jetzt alles Prima. Klar werden Teststreifen nie an die Genauigkeit des Tröpfchentest herankommen, aber für den „normalen“ Test sind die Ergebnisse völlig ausreichend. Mit der App erspart man sich auch die manuelle Buchführung seiner Werte.

5 Gedanken zu “JBL ProScan (Messfehler vermeiden)

  1. Stimme dir da voll und ganz zu, für ein laufendes Becken, das keine sichtbaren Probleme hat, sind die Streifen gut geeignet und die App ist eine schöne Ergänzung. Am Anfang geht aber meiner Meinung nach nichts über einen Testkoffer.

    JBL sollte mal noch eine fette Warnung einbauen, nicht, dass noch jemand sein Telefon ins Aquarium hält um Wasserwerte zu messen 😀

    • So ein Testkoffer ist schon ne feine Sache. Es wäre aber umso besser Messwerte auch manuell eintragen zu können. So ist man mit der App auf die ProScan Teststreifen angewiesen, selbst wenn man den Testkoffer von JBL verwendet.

  2. Unbrauchbar habe es in den Müll geschmissen. Hat am Anfang prima funktioniert doch jetzt zeigt das Ding extrem hohe Chlorwerte an, meine Diskusfische müssten tot sein bei diesen Werten!!! Auch das enthärtete Wasser das ich gekauft habe für zeigt mit den Teststreifen hohe Chlorwerte an. Ich brauche das enthärtete Wasser nicht für das Aquarium sondern für mein Atemgerät (CPAP-Therapie) zur Luftbefeuchtung.

  3. Das mit den hohen CL2 Werten kann ich bestätigen, das kam aber erst nach dem die Streifen ein Jahr alt waren, dürfte aber trotzdem nicht sein

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