Test zum JBL Testlab Marin (2012)

Test zum JBL Testlab Marin (2012)

Viele Aquarianer, die sich zum ersten mal ein Aquarium gönnen, werden zwangsläufig über eine Vielzahl an Testkits stolpern. Da gibt es für “viel” Geld die Einzelverpackungen, oder für etwas weniger Geldeinheiten sogenannten Teststäbchen, in Foren auch Scherzhaft“Ratestäbchen” genannt. Es gibt da aber auch so geniale Testkoffer, mit denen kann man sich dann wie ein angehender Chemiker fühlen.

Mir persönlich gefallen diese “Stäbchen” nicht, für den schnellen Überblick ganz ok. Aber irgendwie schaff ich es nicht, das Stäbchen sauber aus dem Wasser zu ziehen und zwar so das die Indikatorfarben nicht längs über das Teststäbchen laufen (ich weiß ich bin extremer Grobmotoriker, ich hab´s bis jetzt auch nicht geschafft mein Müslipackung, ohne Verteilen des Inhaltes, zu öffnen). Außerdem haben die Messstäbchen einen doch recht großen Spielraum was das ablesen der Werte angeht.

Ein kompletter Testkoffer (für viel Geld), wäre da schon genialer. Da ich aber (zum Glück) verheiratet und somit quasi entmündigt bin, fiel meine Erstentscheidung auf ein paar wenige Einzeltest, denn PH, KH und Nitrit kosten weniger als der “Aquaristik-profi-chemie-wird-wahr-Koffer”. Aber welche Tests sind wirklich wichtig und welche nicht? Klar gibt es da die sogenannten “Ersttest´s” die ich schon oben genannt habe, aber soviel kann ich jetzt, etwa 7 Jahren nach meinem Wiedereinstieg, sagen: “Jeder Test ist wichtig” ,  “eingefahrene Aquarien müssen selten getestet werden”  und  “der richtige Test ist eh nie zuhause“.

Jetzt endlich, nach all den Jahren, habe ich es geschafft. Mit dem anschaffen meines Mini Riffs, wollte ich nicht wieder eine Schublade vollgestopft mit Pappschachteln, Sortierkästen und Testergebnissblätter. Diesmal will ich einen dieser “Proll” Koffer. Es gibt ja einige Anbieter an “Test-Sets, ich habe mich für das JBL Testlab Marin (Amazon)entschieden – ohne besondere Beweggründe…. Na gut, optisch war er in dieser Preisregion der am besten zum Prahlen geeignete 😆

Damit kann man beim Laien gut prollen
Damit kann man beim Laien gut prollen

Die Haptik, der erste Eindruck

Wie gesagt macht die Optik schon einiges her, aber auch die Qualität des Koffers kann Überzeugen. Jeder der schon einmal Elektrowerkzeug von einem bekannten grünen Hersteller gekauft hat (es gibt die Gerätschaften auch für mehr Geld in Blau), kennt diese komischen Schnappverschlüsse die den Koffer eigentlich geschlossen halten soll. Und jeder der schon mehrere solche Koffer zu Hause hat weiß, das es nicht immer funktioniert (ich will mal nicht bashen ist ja ein Aquariumblog kein Heimwerkerblog).

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Gott sei Dank ist das bei JBL nicht so. In meinem Fall sitzt der Verschluss Bombenfest und macht mir nicht den Eindruck als wolle er sich selbstständig öffnen, oder sich nur mit brachialer Gewalt schließen lassen (da muss ich schon wieder an die grünen Koffer denken).

Auch das innere Überzeugt schon beim ersten Blick. Das Kunststoff, in dem die Reagenzien geklemmt werden, ist hochwertig. Die einzelnen Fläschchen und Gläschen halten sehr gut im Deckel des Testlab´s. Auch scheint der verwendete Kunststoff von hoher Stabilität zu sein, zumindest macht es bei mir nicht den Eindruck das das Kunstkopf recht weich und knickfreudig ist. Ich denke das auch nach längeren Gebrauch die Fläschchen im Deckel bleiben und beim öffnen sich nicht am Boden des Koffers befinden.

Hält Bombenfest
Hält Bombenfest

Schaut man sich den Inhalt genauer an, wird man geradezu erschlagen von der Vielzahl an Equipment das sich im inneren des Koffers befindet. Aber alles hat sein Platz und wirkt aufgeräumt, selbst die Bedienungsanleitung hat ein extra Fach im Boden des Koffers bekommen.

Alles schön aufgeräumt
Alles schön aufgeräumt

Es gibt eine Vielzahl an Reagenzien, wobei die häufig benutzen sogar doppelt vorhanden sind. Auch die Anzahl der Küvetten ist enorm, 10 Glasküvetten und 2 größere Kunstoffküvetten finden neben 3 Messlöffel und einem Küvettenhalter ihren Platz. Spritze in zweifacher Ausführung, Thermometer, Kugelschreiber, Wasseranalyseblatt (zum eintragen der Wasserwerte), Farbkarte und Bedienungsanleitung – alles da.

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Einziger Wermutstropfen ist die Farbkarte, für diesen habe ich so gar keinen Platz in dem Koffer gefunden. Die Farbkarte liegt einfach oben auf und macht den Eindruck nachträglich hinzugekommen zu sein. Allerdings ist das nörgeln auf “sehr” hohen Niveau. Die Farbkarte selber ist übersichtlich groß und die Oberfläche ist Spritzwasserresistent und kann abgewischt werden.

Die Praktische Anwendung

Viel erklären zur praktischen Anwendung brauche ich eigentlich nicht, man sucht sich eines der vielen Reagenzien aus und führt die, dafür nötigen, Schritte aus. Im Grunde genommen läuft es immer nach dem gleichen Schema ab. Es werden mit Hilfe der Spritze (keine Angst, ist ohne Nadel ;-)) eine bestimmte Menge an Aquarienwasser aufgezogen und in die Küvette gespritzt. Danach wird ein bestimmte Anzahl an Tropfen dazu gegeben. Nach einer bestimmten Zeit entsteht ein Farbiger Niederschlag, diesen kann man anhand der Farbkarte zu einem Wert bestimmen.

Auf der Farbkarte selber befindet sich auch eine Bebilderte Anleitung, mit den einzelnen Schritten, die zu tun sind. Diese Praxis ist leider nicht bei jeden Hersteller der Fall. Bei manchen ist die Mischungsanleitung getrennt von der Farbkarte in der Bedienungsanleitung abgedruckt, sodass man die einzelnen Schritte auf die Farbkarte schreiben muss (habe ich gemacht), oder den Zusatzzettel immer Griffbereit haben sollte (was bei mir auf Dauer bestimmt nicht funktioniert :lol:).

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Aber was ist das? Beim genauen Hinsehen auf das untere Bild, kann man erkennen das die Farbpalette links für den NO2, aber die Beschreibung rechts für den NO3 Test ist.

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Dies ist kein Fehler, man muss den Test nach Anleitung durchführen und dann auf der Rückseite den Wert bestimmen. Wäre es da nicht sinnvoller links die Beschreibung und rechts die dazu passende Farbskala zu haben?

Ja und Nein lautet die Antwort. Auf den ersten Blick wäre es tatsächlich Übersichtlicher, allerdings lassen sich die Blätter aus dem “Ringelbuch” herausnehmen und das ist ein Super Vorteil.

Wieso?

Macht man mehrere Tests auf einmal, kann man leicht durcheinander kommen, da die verschiedenen Tests auch unterschiedlich lange dauern. Die Zeiten bis zum Ablesen der Werte belaufen sich auf 3 bis 15 Minuten. Ich mische (bei einer Testorgie) den ersten Test an und lege ihn dann auf das herausgenommene Farbblatt,  genauso verfahre ich mit dem zweiten, dritten und vierten Test (oder noch mehr). Letztendlich habe ich eine Reihe an Tests vor mir liegen und weiß dann genau welches Reagenz zu welcher Farbkarte gehört.

mehrere Tests auf einmal
mehrere Tests auf einmal

Würden die Farbkarten als ganzes Büchlein daherkommen, wäre eine solche Ordnung nicht möglich. Dann müsste man die Tests nacheinander durchführen oder die Küvetten beschriften.

Macht man nur einen oder zwei Tests, kann man das angemischte Reagenz  in eine passende Aussparungen des Koffers ablegen, damit ist das umkippen fast unmöglich.

Alles schön aufgeräumt
Alles schön aufgeräumt

 Welche Tests gibt es

Im Testlab Marin sind alle wichtigen Tests für ein Meerwasserbecken vorhanden.

  • PH 7,4-9,0 (2 mal)
  • KH (2 mal)
  • CU
  • NH4
  • NO2
  • NO3
  • PO4
  • SiO2
  • Ca
  • Mg
Somit sind alle relevanten Tests für ein Meerwasserbecken vorhanden.

Fazit

Nie mehr einzeln. Das ist zumindest mein Fazit! Ich kann, einmal vom Preis abgesehen, keinen Vorteil von Einzeltest erkennen. Außer man möchte verschiedenen Tests von verschiedenen Herstellern benutzen. Es ist alles aufgeräumt und alle wichtigen Tests sind auf einmal Griffbereit. Die Verarbeitung des Koffer´s ist absolut in Ordnung und dem Preis angemessen. Alle wichtigen Tests sind vorhanden und zusätzliche “Stellflächen” findet man im Koffer auch. Einzig für die Farbkarten hat man bei JBL keinen passenden Platz gefunden, diese werden einfach mit dazu gelegt.

 

1 Gedanke zu “Test zum JBL Testlab Marin (2012)

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