Erfahrungsbericht zum Sera Marin Cube 130

Um es vorweg zu nehmen, hier bei diesem Test handelt es sich um das ältere “Sera Marin Biotop Cube 130” und nicht um seinen Nachfolger der “LED” Variante. Warum nicht das neue LED Komplettset? Ganz einfache! Die neue LED Version war zum Testzeitpunkt noch nicht im Handel und wird erst später erscheinen. Die Hauptkomponente, also die LED-Abdeckung, wird aber austauschbar sein.

Lieferumfang

Dieser ist ziemlich Umfangreich, würde ich sagen. Vor allem die Anleitungen und die Broschüre mit den ersten Schritten, sind üppig und umfangreich ausgefallen. Wer meinen Bericht zum “Aqua-Medic Blenny” gelesen hat, weiß auch wie marginal so etwas ausfallen kann.

DSC00233

Also was ist drin im Lieferumfang?

  • Das 130 Liter Becken samt Abdeckung und Innenkammer
  • Beleuchtung im Deckel mit 2 mal 24Watt und 2 Mondlicht LED´s
  • 2 Ventilatoren zur Kühlung im Deckel
  • Der Proteinskimmer PS 130
  • Ein UV-Klärer 5 W
  • Der Aquarienheizer mit 100 W
  • Die Strömungspumpe STP 1000
  • 2 Liter Sera Siporax
  • Wasseraufbereiter Sera Aquatan 100 ml und Meerwasser Filterstarter Sera Ammovec 100 ml
  • verschiedene Lektüren und die Bedienungsanleitung

Das Becken

Der Ersteindruck des Beckens ist dem Preis von knapp 400€ (UVP) entsprechend sehr gut. Das Becken ist vorne gekrümmt und weißt keine Klebestelle an der Vorderkante auf. Die Frontscheibe ist nahtlos gebogen und an die Hinterscheibe angeklebt.

DSC00271

Die Verarbeitung ist augenscheinlich auf durchgehend hohem Niveau. Vor allem die Silikonnähte sind sauber abgezogen, egal ob zum Kunstoffrahmen, zum Technikabteil oder zu den Scheiben selber.

DSC00301DSC00737

Der separate Technikraum im hinterem Teil des Beckens ist sauber verarbeitet und von ausreichender Größe. Neben dem Eiweißabschäumer rechts und der Strömungspumpe links, sind noch 2 Kammern für die freie Bestückung vorhanden. Das Becken selber hat ohne Technikabteil eine Größe von 40 x 50 x 50cm (t x h x b).

DSC00259DSC00465

Der Deckel des Tanks ist ausgestattet mit 2 mal 24 Watt T5 Leuchtstoffröhren in den Farben aktinisch-blau und Tageslicht weiß. Für den normalen “Anfänger” dürfte die Leuchtstärke von knapp 50 Watt ausreichend sein. Spielt man aber mit dem Gedanken Korallen zu pflegen die einen hohen Lichtbedarf benötigen, wie viele kleinpolypige (SPS) Korallen, wird man mit diesem Becken im Originalzustand nicht glücklich werden. Für Scheibenanemonen, Weichkorallen, Xenien oder Lederanemonen, dürfte die Beleuchtung aber ausreichen.

DSC00229

Die Beleuchtung selber wird aktiv und damit leider auch hörbar gekühlt. Das lauteste am ganzen Aquarium dürften die Lüfter der T5 Beleuchtung sein. Diese schalten sich immer mit ein und kühlen die Beleuchtung und das Aquarium in der Zeit der Lichtphase. Zu der normalen Beleuchtung gesellen sich noch 2 Mondlicht LED´s dazu. Hier wurde aber nicht zu Ende gedacht! Zwar lässt sich die Hauptbeleuchtung getrennt von dem Mondlicht schalten (mittels zwei großen Schaltern auf der Oberseite des Deckels), aber betrieben werden sie mit nur einem Stromanschluss. Wenn man jetzt eine Zeitschaltuhr zur automatisierten Beleuchtung benutzt, wie wahrscheinlich 99% aller Aquarianer, schaltet sich das Mond-LED Licht eben mit aus. Hier wäre eine getrennte Stromzufuhr auf alle fälle notwendig gewesen.

DSC00469 DSC00738

Dafür gibt es aber kleinere Gimmicks die wiederum von Detailverliebtheit zeugen. Zum Beispiel lässt sich der Deckel auch hinterlhalb des Beckens klappen und so möglichst weit aus dem Arbeitsbereich des Aquarianers zu sein. Wenn man diesen Platz nach hinten nicht zur Verfügung hat, wird mittels kleinen Hebeln der Deckel in einer aufrechten Position gehalten.

DSC00232 DSC00304

Außerdem gibt es nicht nur nach hinten Öffnungen für Kabel und Schläuche, auch seitlich können welche nach außen geführt werden. Hier werden sie sogar mittels Schrauben fixiert, so was hätte ich mir nach hinten auch gewünscht. Dieser Wunsch fällt aber eher unter dem Bereich “Nörgeln auf hohem Niveau”.

DSC00250 DSC00257

Summa summarum gefällt mir das Becken sehr gut und auch die gebogene Frontscheibe tut ihr übriges dazu, auch wenn sie nicht jedermanns Sache ist.

Die Technik

Kommen wir zur Technik und meinem persönlichen Sorgenkind. Ich weiß jetzt schon, das der Eiweißabschäumer und ich, nie dicke Freunde werden. Erstens ist der Auffangbehälter (Schaumtopf) für den (Ab)Schaum zu klein und zum zweiten viel zu fest fixiert.

DSC00238 DSC00244

Der Schaumtopf wird einfach in das Hauptrohr geschoben. Dort wird er aber mittels einem Gummiring fixiert (umschlossen). Es ist, zumindest für meine Wenigkeit, jedes mal ein Akt den Schaumtopf abzuziehen. Bei der täglichen Leerung (da sind wir wieder bei der Größe), schaffe ich es nicht das Schaum-Auffang-Gehäuse ohne anschließendem Wasser-Aufschlags-Spritzer zu entfernen.

Man kann sich das ganze wie beim öffnen einer Weinflasche vorstellen. Also nicht mit so einem “Hausfrauen” Öffner, bei dem man nur zwei Hebel nach unten drücken muss! Sondern der Männer Variante, das oftmals nur aus einer Spax-Schraube und passender Kombizange besteht. Wie beim Wein, muss man auch hier kraftvoll nach oben ziehen ohne anschließend, also nach dem plötzlichen lösen des Schaumtopfes, die Hand nach unten schnalzen zu lassen. Was zumindest mir völlige Konzentration abverlangt 😉.

Wenn das Becken gut eingefahren ist, hoffe ich das ich nicht mehr täglich den Schaumtopf reinigen muss. Allerdings bezweifle ich das er mehrere Tage oder gar eine Woche ohne Leerung durchhält. Das wird aber die Praxis noch zeigen dürfen.

Kommen wir zur Strömungspumpe, die den Namen Strömungspumpe wirklich nicht verdient hat. Theoretisch mit 1000 Liter (STP 1000) angegeben, bleiben praktisch letztendlich nicht viel davon übrig. Allerdings befindet sich im Lieferumfang auch noch ein 5 Watt UV-Filter und das ist mal ne “saubere” Sache, wie ich finde.

DSC00239

DSC00240 DSC00242

Früher oder später werde ich wahrscheinlich nicht um dem Kauf einer “echten” Strömungspumpe umher kommen. Bis dahin ist die Wasserumwälzung aber ausreichend.

Als letztes technisches Gerät fällt der Heizstab nicht weiter auf. Es ist halt ein Heizstab der seinen Dienst, zum wärmen des Wassers, bravourös erfüllt. In meiner Ausführung macht er das auch recht genau. Bei der Einstellung von 25 grad Celsius, hat das Becken auch 25 grad Celsius. Das ist leider nicht bei jedem Hersteller der Fall.

Erwähnung finden sollte das restliche Zubehör auch. Hierzu gehören das “Sera Siporax” zur biologischen Filterung, der Wasseraufbereitet “Sera Aquatan“, der Filterstarter “Sera Ammovec” und die anfangs schon erwähnten Lektüren. Diese sind reichlich ausgefallen und machen eine nicht unerhebliche Vorfreude auf das bestehende Abenteuer “Riffaquaristik” aus.

DSC00227 DSC00243

Das Fazit

Mein Fazit fällt durchweg positiv aus. Einzig die mangelnde Beleuchtung (0,5Watt pro Liter) und der umständliche Abschäumer mindern meinen Eindruck ein wenig. Das Becken selber gefällt mir nach knapp 3 Wochen immer noch sehr gut und die Verarbeitun,g ist angesichts des niedrigen Preises, mehr als erhaben. Trotz vieler Vorbehalte im Internet bin ich mit dem Kauf des Komplettsets bisher zufrieden. Ein Fehlkauf ist dieses Becken bisher auf keinem Fall.

Nach ein paar Wochen

So wie es aussieht leistet der Abschäumer doch etwas mehr als ich Anfangs dachte. Er hält jetzt schon mehrere Tage durch ohne gereinigt zu werden. Allerdings erst seitdem ich den Auffangbehälter nur knapp unter den Gummiring drücke, also nicht herunter bis zum Anschlag, so wie man es vermuten würde.

IMG_0468

Somit hat man den Abstand zu Wasseroberfläche vergrößert und die damit einher gehende Schaumproduzierung verringert. Außerdem habe ich die Gummidichtung entfernt die zwischen Abschäumer-Gehäuse und Schaumtopf abdichten soll. Augenscheinlich hält er genauso dicht und ich habe weniger Probleme den Schaumtopf zu entfernen.

Das zweite betrifft die Förderpumpe/Strömungspumpe. Wie oben schon beschrieben, halte ich ihn immer noch für die einzige Strömung zu schwach. Allerdings erzeugt er doch mehr Bewegung als vermutet. Meine Euphyllien wiegen sich schön hin und her. Wie gesagt, zwar nicht ausreichend aber bei weiten mehr als erwartet habe. Ich vermute das mir eine zusätzliche kleine, ca. 1500-2000 l/h Strömungspumpe, völlig ausreicht.

 

   

4 Gedanken zu “Erfahrungsbericht zum Sera Marin Cube 130

Kommentar verfassen