Honigkur für Korallen

Honigkur für Korallen

Jeder hat bestimmt schon einmal davon gehört! Eine Honigkur (oder Honigbad) soll ja wahre Wunder helfen bei angeschlagenen Korallen. Neben Honig soll sich ja auch Vanillezucker oder die Kombination aus beiden gut bewährt haben. Selbst mein Korallenhändler zuckte nur teilnahmslos mit den Schultern und demonstrierte mir sein Honigvorkommen, als ich ihn nebenbei auf Honigbäder ansprach.

Selbst in Fachzeitschriften werden diese Honigkuren angepriesen. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren alles drin im Honig was irgendwie nach Gesundheit klingt. Viele Artikel gehen auch auf die heilende Wirkung der sich darin befindenden Glucose, also Zucker, ein. Dieser soll als eine Art Extremer-Kohlenhydrat-Lieferant wirken und die angeschlagene Koralle neuen Pep geben.

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Wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, findet man schnell heraus das es eigentlich keine fundierte Erklärung der Wirkungsweise dieser Kur gibt. Allen gemein ist aber der positive Erfolg einer solchen Therapie. Klar, Tote kann man damit nicht erwecken, aber so manche stark gelittene Koralle soll es schon geholfen haben.

Bei all meinen Recherchen fiel mir auf, das viele bei dem zu verwendetem Honig, sowie bei der genutzten Dosierung, ihr eigenes Süppchen kochen. Ich persönlich halte mich an die daraus entstehende Goldene Mitte, die sich komischerweise ziemlich genau mit der Dosierung meines Züchters deckt. Beim Honig achte ich auf kaltgepressten deutschen Honig aus dem fränkischen Seeland! Nein natürlich nicht 😉 Ich denke es dürfte egal sein welcher Honig, Hauptsache gelb und aus Blüten.

Grundsätzlich gibt es zwei Anwendungsmethoden:

  1. Das direkte Zugeben des Honigs ins laufende Becken
  2. Die gezielte Honigkur in einem extra Gefäss

Die prophylaktische Dosierung

Bei der “prophylaktischen” Zugabe des Honigs ins laufende Becken, gibt es weitaus weniger im Internet zu finden, als bei der direkten Anwendung. Die wenigen digitalen Artikel sind fast identisch zu dem altgedienten Report in dem auf Toten Baum gedruckten Magazinen. Ob es jeder zufällig gleich macht, oder ob sie alle voneinander abschreiben ist hierbei nicht eindeutig zu klären.

Die Dosierung wird im allgemeinen mit alle 2 Wochen 1 Teelöffel pro 200 Liter Meerwasserangeben. Ob diese Menge tatsächlich was bringt, oder ob das gute Gefühl die tragende Rolle spielt ist unklar, aber eigentlich auch nicht notwendig. Wem es gefällt der sollte es tun, ein Schaden ist es auf keinem Fall und irgendwie erinnert es mich an der “Wasseraufbereiter Diskussion” in Süsswasser Foren.

Die Direktkur

Bei der Direktkur muss man die geschädigte Koralle, oder wie bei mir frisch einzugewöhnende Euphyllia, in ein separates Honigbad legen. Genau, bei mir passierte es zur Eingewöhnung, da ich die Koralle vorher am Fuß geschruppt habe (Algen Entfernung) und ihr so allerhand Stress zugemutet wurde. Der nun folgende dosier Vorschlag wirkt bei mir bestens, ist aber kein Garant für Richtigkeit.

In einem Eimer kommen 1,5 Liter Meerwasser aus dem alten Becken und ca. 0,5 Liter Wasser aus dem neuem Becken. Wenn man der Koralle “nur” eine Kur verpassen will ohne anschließenden Umsetzten, reicht natürlich 2 Liter aus dem laufenden Aquarium. Ich benutze für 2 Liter Aquarienwasser etwa 1 Esslöffel Honig.

Tipp: Den Honig vorher etwas in der Mikrowelle erhitzen, dann ist er fast so flüssig wie Wasser.

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Danach den Honig einrühren und die Koralle vorsichtig hinein legen. Dabei sollte man darauf achten nur den Fuß der Koralle zu berühren. Ab jetzt geht sie für insgesamt 30 Minuten baden. Es ist vom Vorteil den Eimer in einen beheizten Raum zu stellen, um zu starkes abkühlen des Wassers zu vermeiden.

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Klar das sich meine Hammerkoralle ziemlich stark zurück gezogen hat. Ich habe nach etwa 20 Minuten nochmals ein halben Liter Meerwasser vom neuen Becken hinzu gegeben, denn bei mir handelt es sich ja um eine Umsiedlung in ein neues Becken und nicht um eine Relax-Kur. Nach weiteren 10 Minuten wird die Koralle in ihr neues Zuhause eingebracht.

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Woraufhin sie sich relativ schnell wieder entfaltet hat, zwar nur Teilweise aber das schon nach nicht mal 2 Minuten.

30 Minuten! Das ist die Zeit die ich bei der Eingewöhnung ans neue Wasser nicht überschreiten möchte. Einige besorgte Aquarianer lassen den Tieren eine Stunde oder mehr Zeit, ich persönlich meine aber das nach knapp einer halben Stunde der Stress die “lange” Eingewöhnungsprozedur überwiegt und es sich eher negativ auf das Gemüt der Tiere auswirkt.

Einen Tag darauf streckte sich die kleine Koralle zu einer Imposanten Größe. Ob das neue Wasser oder die Tags davor getätigte Honigkur schuld sind, weiß ich nicht. Allerdings war das Honigbad bestimmt keine Nachteil.

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Ich bin sogar am Überlegen ob ich nicht bei jeder Eingewöhnungsphase ein klein wenig Honig hinzu gebe – Nur so fürs Gewissen.

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