Überblick an CO2 Reaktoren

Überblick an CO2 Reaktoren

Seit nunmehr 4 Jahren betreibe ich mein Aquarium mit CO2 aus der Druckflasche, in dieser Zeit habe ich einen, für Privatgebrauch, doch beachtliche Anzahl an Reaktoren benutzt. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Produkte möchte ich hier zusammenfassen. Alle Meinungen sind subjektive Einschätzungen/Erfahrungen, gut möglich das andere eine andere Erfahrung gemacht haben.

Dennerle Cyclo Turbo XL

CO2

Der Dennerele Cyclo Turbo ist ein sogenannter “aktiver Innenreaktor”. Es gibt ihn in zwei Ausführungen, einmal den Cyclo Turbo (für Aquarien bis 750l) und den Cyclo Turbo XL (für Aquarien bis 5000l). Der Unterschied der beiden Reaktoren liegt in der diffusionslänge, dieser ist bei der XL Variante nahezu doppelt so lang. In meinem Fall habe ich einfach zwei normale Cyclo zu einem XL verbunden, das geht wunderbar und wird einfach nur zusammengesteckt. Man kann auch offiziell den Standart Cyclo erweitern, dazu bietet Dennerle einen Erweiterungssatz an.

Funktionsweise:

Der Reaktor wird an dem Auslass des Filters (oder einer Pumpe) geklemmt, das komplette Aquarienwasser wird Quasi in den Reaktor geleitet und von dort gesplittet. Das heisst, das ein Teil des kommenden Wassers in den “Turbokopf” des Reaktors gelangt, während der andere einfach ungehindert ins Aquarium geleitet wird. Der Reaktor wird quasi im Bypass betrieben. Die jeweilige Wassermenge ist an einem Hebel einstellbar. Das CO2 selber gelangt von unten mittels einem Röhrchen in den Reaktor, wo es einen Diffusionsweg bis in den Kopf des Reaktors zurücklegt. Oben angekommen wird es von dem eingeleitetem Pumpenwasser erfasst und durch speziell angeordneten Leitblättchen in einen Wirbel verwandelt. Dieser quirllt das CO2 klein so das es sich im Wasser löst und drückt es nach unten wieder heraus. Das hat den Vorteil, das sich das mit CO2 angereicherte Wasser auf ihren weg nach unten, mit dem aufsteigenden frischen CO2 kreuzt. Durch dieses “kollidieren” steigen die Bläschen viel langsamer nach oben in den Turbokopf als gewohnt, sie zittern Augenscheinlich langsam nach oben.

Vorteile:

  • Die Wassermenge die in den Reaktor soll ist regelbar
  • Der Turbokopf erfüllt seinen Zweck und verwirbelt das Wasser sehr gut mit dem CO2
  • Der Diffusionsweg wird künstlich verlängert (durch Gegendruck)
  • Das Einwaschen des CO2 ins Aquarienwasser ist sehr hoch

Nachteile:

  • Der Filter ist immer Sichtbar im Aquarium, da das angereicherte Wasser nicht vorne am Düsenausgang (dieser ist nur für das nichteingeleitete Aquarienwasser) sondern unten am Reaktor ins Aquarium geleitet wird.
  • Der Einstellhebel für den integrierten Bypass ist schwergängig
  • Deutlich Hörbares rauschen

Fazit:
Mein bis jetzt bester Reaktor was das Einwaschen von CO2 angeht, leider überwiegen (mir persönlich) die Nachteile (Sichtbarkeit und Geräusche).

Hydor CO2 TURBO DIFFUSER

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hinter der Rückwand, unterhalb des Ansaugkorbes

Der CO2 TURBO DIFFUSER von Hydor zählt zu den sogenannten aktiv Reaktoren, aktiv deswegen da er einen eingebauten Motor besitzt und keine zusätzlichen Hilfsquellen wie eine Pumpe oder einen einen Filter benötigt. Mein 700 Liter Becken hat er ausreichend mit CO2 versorgt (25mg/l), der Hersteller selber hat keine Angaben über die max. Beckengröße. In diesem Beispiel wurde der Hydor unterhalb meines Ansaugkorbes gestellt, das hatte den Vorteil das das sich nicht komplett gelöste CO2 nochmals durch den Filter muss.

Funktionsweise:

Die Funktionsweise des Turbo Diffuser ist relativ simpel, mittels einer 4,5W starken Pumpe wird das anströmende CO2 zerhackt, hierfür muss das Co2 an einem Flügelrad vorbei. Das dann dadurch Aufsteigende zerkleinerte CO2 muss zusätzlich durch einen oben angebrachten kleinen Schwamm, der leider alle Monate (bei mir zumindest) gereinigt werden musste. Durch diesen verkleinern sich die Bläschen zusätzlich, da sie durch den Engen Schwamm zurückgehalten werden. Was dann noch durchkommt steigt als ganz kleiner CO2 “Staub” an die Oberfläche. Leider benetzt dieses CO2 die Oberfläche, wenn man wie in meinem Fall mehr als 120 Bläschen pro Minute einstellt. Ein OFA (Oberflächenabsauger) ist hier dann Pflicht.

Vorteile:

  • Benötigt keine zusätzliche Quelle (Pumpe, Filter) um zu funktionieren
  • Relativ geräuscharm

Nachteile:

  • Verbraucht zusätzlich Strom (4,5 Watt)
  • Kann bei größeren Becken nicht das komplette CO2 im Wasser löse
  • Muss öfters gereinigt werden um den vollen Funktionsumfang zu Gewährleisten.

Fazit:

Vom Grunde her eigentlich keine schlechte Idee, was mir besonders gefiel war das nicht benötigen einer Pumpe bzw. eines Filters. Dadurch bleibt die Durchflussmenge des Filters stabil. Allerdings steht dem gegenüber der eigene Stromverbrauch von 4,5 Watt und das häufige reinigen des eingebauten Schwammes.

JBL ProFlora Taifun

Nahaufnahme des Taifun
Nahaufnahme des Taifun

Nach zwei aktiven Reaktoren (einmal mit Motor und einmal ohne), kommt nun ein sehr bekannter passiver Reaktor. Der JBL ProFloraTaifun ist ausgelegt für Aquarien bis 400 Liter, kann aber durch den Einsatz des ProFlora Taifun Extend beliebig um jeweils 100-200 liter (je nach KH) erweitert werden (ich besitze 2 Erweiterungen).

Funktionsweise:

Der Taifun von JBL arbeitet rein passiv und löst das CO2 mittels eines Diffusionsweges. Das anströmende CO2 steig unterhalb des Taifuns aus und steigt über die im Kunststoffgehäuse eingelassenen Stufen langsam nach oben, dabei werden die CO2 Bläschen zusehends kleiner und lösen sich auf. Der Reaktor ist komplett zerlegbar, was heisst das jede einzelne Stufe (höhe ca. 2 cm) zusammengesteckt wird. Zwischen den einzelnen Stufen ist ein Schlitz, sodass das vorbei Strömende Wasser das CO2 gesättigte Wasser aus dem Reaktor mitnimmt.

Vorteile:

  • Geräuschlos
  • für passiv sehr ergiebig, hatte keine Probleme eine 30 mg/l Sättigung herzubekommen (allerdings mit 2 Extend Modulen)
  • fast Freiwählbare Position im Aquarium
  • beliebig erweiterbar

Nachteile:

  • verdreckt schneller als aktive Reaktoren (z.B. Sera)
  • Freie Position leicht eingeschränkter als bei aktiven, da der Reaktor in einer Strömung stehen sollte um optimal zu arbeiten.

Fazit:

Mein bis jetzt liebster Reaktor, die Vorteile sind einfach nicht von der Hand zu weisen, fast freie Aufstellwahl, absolut geräuschlos, beliebig erweiterbar und eine gute Sättigung des Aquarienwassers ist auch gewährleistet. Dem Gegenüber steht eigentlich nur die schnelle Verdreckung! Man muss hier schon öfter mal reinigen als über Pumpen betriebene Reaktoren.

Sera CO2 aktive Reaktor “Precision 1000”

links neben Außenfilter
links neben Außenfilter

Der Sera Precision ist ein aktiver CO2 Reaktor der innerhalb und außerhalb der Aquarien betrieben werden kann. Es gibt diesen Reaktor in 2 Größen, einmal in der Variante 500 für Aquarien bis etwa 600 Liter und den 1000 (im Bild zu sehen) für Aquarien größer 600 Liter, ein Unterschied besteht lediglich in der länge des Reaktors. Für den externen Betrieb wird der Halter der sonst Saugnäpfe besitzt einfach an die Wand geschraubt. Leider ist die Halterung nicht drehbar, was heissen soll das man nur eine Stellung im externen Betrieb hat. Wie auf dem Foto zu sehen muss man den Reaktor, wenn man den Einlass von hinten kommen lassen will, an der linken Wand montieren. Würde man den Reaktor rechts montieren, schaut der Stutzen für die Wasserzugabe (vom Filter kommend) nach vorne, es gibt leider keine Möglichkeit die Halterung am Gehäuse zu drehen. Zusätzlich
wurde ein recht sprödes Material als Kunststoff gewählt, sodass mir beim einstecken in die Wandhalterung ein Teil der Haltenase abgebrochen ist (deswegen der weiße Kabelbinder). Auch die Anschluss Stutzen sind aus dem gleichen Material, was beim anschließen immer etwas Angst bereitet das man den kompletten Stutzen abbricht. Durch das harte Material musste ich auch etwas herumwerkeln bis es endlich dicht wurde und das obwohl der Schlauch (Gardena) relativ weich ist.

Funktionsweise:

Der Sera funktioniert ähnlich dem Dennerle, mit dem Unterschied das das CO2 oben direkt am Einlass eingespeist wird und und mittels einer Turbine (Wasserrad) im Kopf nach unten verwirbelt wird, bevor es ganz oben wieder heraus kann. Leider sammelt sich das Gas am oberen Ende ziemlich schnell, sodass sich eine große teils 5cm dicke blase bildet die ein lautes Plätschern erzeugt. Man könnte fast meinen das das Aquarium ausläuft bzw. ein Schlauch undicht ist.

Vorteile:

  • Kann im und außerhalb des Aquariums betrieben werden
  • Es wird das komplette CO2 gelöst, keine “Falschgas” Entlüftung

Nachteile:

  • extrem Laut, erzeugt ein deutliches Plätschern
  • nur eine Einbauposition möglich, keine variable Montagemöglichkeit der Halter
  • sprödes Material das leicht bricht

Fazit:

Leider nicht recht rosig, hatte mir deutlich mehr versprochen. Die Nachteile sind teilweise so gravierend das ich behaupten würde das es der schlechteste Reaktor ist den ich besitze. Das Einwaschen des CO2 ist “noch” gut, aber schlechter als beim Dennerle Cyclo Turbo. Selbst der passive JBL schafft in etwa die gleiche Sättigung und ist dabei Lautlos. Der einzige Vorteil liegt in der Wahl des Betriebes, man kann in außerhalb und innerhalb des Aquariums benutzen.

UP Atomizer

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Wieder einmal kommt ein passiver CO2 Reaktor zum Einsatz. Der Atomizer von UP kommt ganz unscheinbar in einer Pappschachtel daher, ohne Bedienungsanleitung oder Angaben zur Beckengröße würde dieser Reaktor eigentlich als “Billigschund” aus Fernost durchgehen. Allerdings überschlagen die meist positiven Bemerkungen in den Foren, sodass ich mich doch dazu entschlossen habe dieses Produkt aus China zu bestellen. Der Kostenpunkt lag bei etwa 20€ inklusive Versand, was als relativ günstig zu betrachten ist. Die Qualität scheint zu stimmen und liegt überhalb von so manch andere getesteten Co2 Reaktoren aus der Heimat.

Funktionsweise:

Der Atomizer kann inn- und außerhalb des Aquariums betrieben werden. Dieser Reaktor wird einfach in das Vorhandene Außenfiltersystem integriert, um es genauer zu sagen in der Druckseite des Filters. Das ankommende CO2 wird durch ein feinmaschiges Gewebe gepresst (ähnlich einem Ausströmer Stein für Luftpumpen) und vom vorbei strömenden Wasser des Filters mitgenommen (Injektorprinzip). Richtig funktionieren tut es ab einem CO2 Druck von ca. 2bar, was schonmal Bio CO2 ausschließt.

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Vorteile:

  • kleiner und gut zu versteckender CO2 Reaktor
  • passiver betrieb stört den Filterdurchlauf nicht (Injektorprinzip)
  • löst das CO2 sehr effektiv
  • Lautlos

Nachteile:

  • muss aus Fernost bestellt werden, oder zu total Überzogenen Preisen aus Deutschland
  • funktioniert nur richtig mit Flaschen CO2
  • keine Bedienungsanleitung

Fazit:

Trotz der Nachteile und der Bestellung aus China bin ich hoch zufrieden mit diesem Reaktor. Er ist Lautlos und löst das CO2 sehr gut auf. Zu diesem Zeitpunkt ist der Reaktor etwa 2 Monate im Betrieb und funktioniert immer noch tadellos. Wer damit leben kann ohne Anleitung auszukommen und die Bestellung aus Fernost nicht scheut, wird zufrieden sein mit diesem Reaktor.

 

   

2 Gedanken zu “Überblick an CO2 Reaktoren

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